Höhe des Pflegegeldes
 
Pflegegeldeinstufung


Der Behinderten- und Pflegebedürftigen Verein Steiermark steht Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung und übernimmt gerne die Antragstellung bzw. die Erhöhung des Pflegegeldes für jene Betroffenen, die es dringend notwendig haben.

Wir informieren und beraten Sie gerne unverbindlich
und geben auch Auskunft zu allen Unterstützungsmöglichkeiten.



Wer in Österreich Pflege und Betreuung benötigt, hat Anspruch auf Pflegegeld. 
Das Pflegegeld ermöglicht pflegebedürftigen Menschen eine gewisse Unabhängigkeit, um sich die notwendige Betreuung und Hilfe selbst beschaffen und damit ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Sie erhalten Pflegegeld, wenn Sie einen ständigen Pflegebedarf aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung oder einer Sinnesbehinderung haben, Ihr Pflegebedarf mehr als durchschnittlich 65 Stunden monatlich beträgt und voraussichtlich 6 Monate andauern wird.


Das Ausmaß des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegebedarf. Es sind sieben Stufen vorgesehen. Erforderlich ist ein Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden pro Monat; ab der Stufe 5 gelten zusätzliche Kriterien. Für bestimmte Gruppen von Pflegebedürftigen sind Mindesteinstufungen festgelegt (z. B. für Blinde oder Personen, die wegen einer spezifischen Erkrankung auf den Gebrauch eines Rollstuhles zur eigenständigen Lebensführung angewiesen sind. Der erweiterte Pflegebedarf Schwerstbehinderter Kinder und Jugendlicher (bis zum vollendeten 7. bzw. 15. Lebensjahr sowie von Personen mit einer schweren geistigen oder schweren psychischen Behinderung, insbesondere einer demenziellen Erkrankung (ab dem vollendeten 15.Lebensjahr), wird seit 1. Jänner 2009 mit einem zusätzlichen Stundenwert berücksichtigt (Erschwerniszuschlag).

Erschwerniszuschlag:

Bis zum vollendeten 7.Lebensjahr
50 Stunden
Ab dem vollendeten 7. bis zum vollendeten 15.Lebensjahr
75 Stunden
ab dem vollendeten 15. Lebensjahr
25 Stunden

Pflegeldstufen:


Stufe
mtl. Höhe Pflegegeld
durchschnittl.mtl.Pflegebedarf von mehr als
1
EUR0     157,30
65 Stunden
2
EURO    290,00
95 Stunden
3
EURO    451,80
120 Stunden
4
EURO    667,60
160 Stunden
5
EURO    920,30
180 Stunden *)
6
EURO   1.285,--
180 Stunden *)
7
EURO 1.688,90
180 Stunden *)

*) zusätzlich sind folgende besondere Voraussetzungen notwendig

Stufe 5: Vorliegen eines außergewöhnlichen Pflegebedarfs

Stufe 6: Bei Tag und Nacht sind zeitlich nicht planbare Betreuungsmaßnahmen oder die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson wegen Eigen- oder Fremdgefährdung nötig.

Stufe 7: Zielgerichtete Bewegungen der Arme und Beine sind nicht möglich oder der ständige Einsatz lebenserhaltender Geräte ist erforderlich.

Zuständigkeit:

Sofern Sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, bekommen Sie Pflegegeld vom Bund nach dem
Bundespflegegeldgesetz, wenn Sie

  • Eine Pension aus der gesetzlichen Sozialversicherung,
  • Einen Beamtenruhegenuss des Bundes,
  • Eine Vollrente aus der Unfallversicherung oder
  • Eine Rente oder Beihilfe aus
    • Der Kriegsopferversorgung
    • Der Heeresversorgung sowie nach
    • Dem Opferfürsorgegesetz,
    • Dem Verbrechensopfergesetz oder
    • Dem Impfschadengesetz

    beziehen.

Die Zuständigkeit für das Pflegegeld richtet sich nach der Grundleistung, d.h. für das Pflegegeld ist jener Entscheidungsträger zuständig, der auch die Pension oder Rente auszahlt:

Bei Bezug einer Pension aus der Sozialversicherung:
Die Pensionsversicherungsanstalten

Bei Bezug einer Vollrente aus der Unfallversicherung:
Die Unfallversicherungsanstalten

Bei Bezug eines Beamtenruhegenusses:
Die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter
Die Österreichische Post AG
Die Telekom Austria AG
Die Österreichische Postbus AG und
Die Dienstleistungs-GmbH., Pensionsservice der Österreichischen Bundesbahnen

Bei Bezug einer Leistung aus der Kriegsopferversorgung, der Heeresversorgung, nach dem Verbrechensopfergesetz und nach dem Imschadengesetz:
Das Bundessozialamt und seine Landesstellen

Bei Bezug einer Leistung nach dem Opferfürsorgegesetz:
Die Ämter der Landesregierungen

Sind Sie

  • Berufstätig,
  • Mitversicherter Angehöriger oder mitversicherte Angehörige (z.B. als Hausmann oder Hausfrau oder Kind),
  • Bezieher oder Bezieherin einer Sozialhilfe oder
  • Bezieher oder Bezieherin einer Beamtenpension eines Landes oder einer Gemeinde,

so können Sie Pflegegeld nach dem jeweiligen Landespflegegeldgesetz bei der Bezirkshauptmannschaft bzw. dem Magistrat oder dem Gemeindeamt erhalten.

Besteht ein Anspruch bei mehreren Stellen (z.B. Unfall- und Pensionsversicherungsträger), wird die Auszahlung des Pflegegeldes nur von einer Stelle vorgenommen.

Beginn und Dauer:

Der Beginn der Leistung hängt vom Antragsdatum ab. Das Pflegegeld bzw. eine Erhöhung des Pflegegeldes gebührt ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten.
Das Pflegegeld kann auch befristet zuerkannt werden, wenn eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Eine Weitergewährung des Pflegegeldes ist bei Fortbestand der Pflegebedürftigkeit nach rechtzeitiger Antragstellung möglich.

Untersuchung:

Die Einstufung erfolgt unter Zugrundelegung einer ärztlichen Begutachtung. Diese kann auf Wunsch der pflegebedürftigen Person im Rahmen eines Hausbesuches und unter Anwesenheit einer Vertrauensperson erfolgen.